Delbo / Sometree, Frannz in Berlin
Okay, die Thermals waren doch nicht das Jahresabschlusskonzert. Ich muss die 60 doch noch voll machen. In Berlin. Mit Delbo. Nachdem ich den Auftritt 7 Tage zuvor einfach mal geschwänzt habe, überkommt mich dann doch noch das Bedürfnis, kurz nach Weihnachten für ein paar Stunden nach Berlin zu fahren. Das Frannz ist ein seltsamer Club, wo die Karten im Vorverkauf 4 Euro teurer sind als an der Abendkasse, und man für Gästelistenplätze Quittungen bekommt. Drinnen ist es eigentlich ganz nett, aber irgendwie größer, sauberer, professioneller als ich es für Delboverhältnisse gewohnt bin. Die Beleuchtung der Bühne ist so dermaßen grell, dass ich einfach nicht nach vorne gucken kann. Es geht nicht. Vielleicht will ich auch einfach nicht mit ansehen, dass Delbo im Moment einfach nur ein Schatten ihrer selbst sind und Tobi in Gedanken wahrscheinlich bei Klez.e ist. Den ganzen Auftritt hinweg habe ich Phantasien, in denen Daniel und Tobi ihre Instrumente ins Schlagzeug schmeißen und das Ende der Band erklären. Es passiert natürlich nicht. Die beiden sind wahrscheinlich viel zu gut erzogen. Aber wenigstens wäre das ein würdiges Ende. Und ich wäre dabei gewesen.
Bevor ich mich aber zu sehr ärgere, überhaupt nach Berlin gefahren zu sein, spielen Sometree und beenden das Jahr in Würde. Also. Im Sinne von. Es ist ein Jahresabschlusskonzert. Sie machen es zu etwas Besonderem. Im Sinne von. Erst erzählen sie, wie schwer es wäre, nach Delbo zu aufzutreten, und spielen sie dann mal eben so an die Wand. Die beste und sympathischste deutsche Liveband? Ich denke schon.