Barra Head / Delbo, Cuba Nova in Münster
Am Abend vor dem Konzert versetzt mich Thomas, weil er krank ist. Panik! Zum Glück springt Andrea als Retterin in der Not ein. Sie ist zwar auch nicht ganz gesund, aber zumindest konzerttauglich und kommt mit. Ich bin sehr erleichtert, dass ich nicht alleine ins Cuba Nova muss, das von außen eher aussieht wie ein Restaurant. Drinnen gibt es, natürlich, Probleme mit der Gästeliste, und mir ist das so unangenehm, dass ich die junge Frau an der Kasse anflehe, mich bezahlen zu lassen. Sie will das aber erst mit der Band klären (urgh!) und ich verstecke mich lieber auf dem Klo. Dort hat ein Mädchen genau das verewigt, was ich in diesem Moment denke. Nämlich, dass alle Männer arrogante, egoistische Arschlöcher sind (die Hasstirade geht über mehrere Zeilen…), mit Ausnahme der Strokes. Sie könnte recht damit haben. Wir warten noch ein bisschen mit den anderen Konzertbesuchern im Gastronomiebereich des Clubs, bis irgendwann ein aufgeregter Veranstalter ruft: „Es geht los! Barra Head spielen!“. Nächster Versuch reinzukommen, und dieses Mal klappt es ohne Probleme. Der Mann hinter mir macht mir dann vor, wie man es anscheinend richtig macht: Voller Arroganz und von oben herab raunzt er sie an: “Isch steh auffer Liste. Blabla bla heissisch.” Und kommt damit immer durch. Warum habe ich bloß immer solche Gästelistenkomplexe?
Musik gibt es danach auch noch, aber der Auftritt von Delbo ist….nicht wirklich der Rede wert. Die Hälfte der Zeit deute ich die Zeichen nach möglichen Auflösungserscheinungen (the end is near!), die andere Hälfte ärgere ich mich über das vor mir stehende Pärchen, dass in einer Tour durchquatscht. Schlimm, schlimm. Noch nie hatte ich während eines Konzertes so stark das Bedürfnis, Menschen körperliche Gewalt zuzufügen. Und selbst Andrea, die eher friedliebend ist, gesteht nach dem Konzert, ähnliche Gefühle gehabt zu haben….
